Archiv für April, 2009
Bass Strasse
Werde jetzt auf dieses graessliche Ungetuem von Faire steigen. Wettermeldungen sind nicht gerade zu unseren Gunsten. 10-12 Meter hohe Wellen, Gewitter mit Sturm. In ca. 14 Stunden werdet ihr Erfahren, ob es Ueberlebende gibt… ![]()
Da Bayern ja mal wieder unerfolgreich war…
Daumen druecken fuer die Alemannia!!!! Ole oleeeee!
Cradle Mountain Nationalpark – Overland Track
Nachdem ich die Ostertage eher unaufregend im langweiligen Krankenhaus verbracht hatte, konnte ich nicht darauf warten am Dienstag morgen auf den Overland Track zu gehen.
Der Overland Track ist ein 81km langer Trampelpfad, der von Norden nach Sueden durch den Cradle Mountain Nationalpark, das hoechstrangigste UNESCO Welterbe, fuehrt. Wir planten mit mindestens 5 Naechten im Zelt oder in einer der spartanischen Bretterhuetten entlang des Pfades, auf die man sich allerdings nicht verlassen konnte, da sie sehr klein und je nach dem schon mit 8 Leuten voll sind, oder man sie je nach Wetterlage nicht vor Einbruch der Dunkelheit erreichen kann. So mussten also Zelte, Kochausruestung, Lebensmittel, und Kleidung fuer 4 Jahreszeiten (die man oft an einem Tag erleben kann) mitgeschleppt werden. Mein Rucksack war mit 24kg bis unter den Rand gefuellt und offensichtlich viel zu schwer, doch wir sollten jedes Teil unserer Ausruestung noch brauchen werden.
Am Dienstag morgen um 8 Uhr verliessen wir das Basecamp im Cradle Valley, mit dem Ziel unser erstes Nachtlager im Waterfall Valley zu erreichen. Der erste Tag sollte der schwierigste und laengste sein, da an diesem, mit dem Ueberqueren des Cradle Mountains, die meisten Hoehenmeter gemeistert werden mussten. Es war bewoelkt und mit 6 Grad ueber Null ein optimales Wander Wettter. Je hoeher wie jedoch stiegen um so nebliger und naesser wurde es. Nach einer Stunde war unsere Sicht schon auf 100 Meter eingeschraenkt und mein Rucksack lag viel zu schwer auf meinen Schultern, da ich die Bauchhalterung auf Grund der Operation noch nicht benutzen konnte. Die Steine waren rutschig und wir mussten hoellig aufpassen, wo wir unseren naechsten Schritt taten. Kurz nach Mittag hatten wir den Aufstieg hinter uns und es ging ueber Hoehenplataus in Richtung Waterfall Valley. Der Nebel verzog sich und die Sonne kam aus. Fuer die naechsten 4 Stunden hatten wir brillantes Wetter und eine unglaubliche Sicht auf Barns Bluff, eine Gebirgsformation westlich unseres Nachtlagers. Wo wir voellig erschoepft, aber gluecklich eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit eintrafen und wir beschlossen in der alten Berghuette zu schlafen. Unsere Gaskocher wurden ausgepackt und die fertig Nudeln in frischem Gebirgswasser gekocht, da die Huette direkt am Fusse eines tosenden Wasserfalles stand. Noch waehrend des Kochens trafen Nathan und Ray, Vater und Sohn aus Melbourne, die sich seit 3 Jahren nicht mehr gesehen hatten und sic dazu entschlossen hatten zusammen den Overland Track zu gehen, und Bieke eine Belgerien aus Hasselt mit Robert, einem Backpacker und bekennendem Sozialisten aus Dresden, ein, um in der gleichen Huette unterschlupf fuer die Nacht zu suchen. Diese stellte sich als bitter kalt heraus und wir fanden nur wenig schlaf. Hinzu kam, dass ich nur auf dem Ruecken schlafen konnte, da mein nicht mehr vorhandener Blinddarm noch zu sehr schmerzte.
Bei Tagesanbruch waren wir also alle wieder auf den Beinen und hatten ein Dingo Fruehstueck (Have a sip of water and slowly look around), wie es die Aussies nennen. Aus dem Fruehnebel tauchte nun auch noch ein Ranger auf, der uns vor sehr schlechtem Wetter an diesem Tag warnte und uns rat nur 3 Stunden bis zur naechsten Nothuette zu laufen und dort einen Schneesturm vorrueberziehen lassen sollten. Dies passte allerdings nicht in unseren Zeitplan, da geplant war am naechsten morgen Mount Osa zu besteigen, der hoechste Berg der Insel. Nach vielerlei Diskussion entschloss sich ein Teil der Gruppe sich durch den Schnee zu kaempfen, waehrend ich entschied mit Nathan, Ray, Bieke und dem Sozi nur bis zur naechsten Huette zu schreiten, was sich als hervorragende Idee herausstellte, da wir mit wagerechtem fliegendem Hagel zu kaempfen hatten und just als wir Windemere, eine Nothuette, erreicht hatten startete der Schneesturm. Nach 20 Stunden Warterei, lustigen Diskussionen mit Robert dem Lafontaine Fan und totalem Huettenkoller konnten wir am naechsten Morgen wieder auf brechen, da sich der Schnee in Dauerregen und Nebel verwandelt hatte. Der Pfad war von nun an ein fliessendes Baechlein und Aufstiege waren Kaempfe durch kleinere und groessere Wasserfaelle und das bei Temperaturen um die 1,5 Grad. Es machte allerdings keinen Sinn auf besseres Wetter zu warten, da die Vorheresage keine Besserung in Sicht stellte. Nach 5 Stunden mussten wir dann erschoepft, durchnaesst und demoralisiert eingestehen, dass es besser waere den Tag einen Tag zu nennen, und wieder einmal zu Rast zu gehen. Diesmal in unseren Zelten, die Gott sei Dank dem Wetter stand hielten. Ray, der nur gemietete Ausruestung mit sich trug, klagte ueber starke schmerzen in den Schultern und Knien, da sein Rucksack nicht auf seinen Koerperbau abgestimmt war, und so konnten wir uns von dieser Sekunde an australisches Gejammere anhoeren, was fuer europaeische Ohren eine amuesant, humorvolle Melodei ist, da Aussies von Natur aus mit Sarkasmus gefuellt sind. An diesem Abend heiterten uns allerdings Wallabies, Wambats, Opossums, ein Schnabeltier, ein Ekitna und ein Vogel, dem es gelang die Reisverschluesse unserer Zelte zu oeffnen, um nach Futter zu suchen, auf. Und da wir schon auf dem Weg zwei tasmanische Teufel sehen konnten, war unsere Wildlife Experience komplettiert.
Die naechsten Tage ging unsere Reise dann durch Regenwaelder, die ihrem Namen alle Ehre machten, und diverse Hochmohre. Wir wurden wieder nass und kalt und es schmerzte bei jedem Schritt und Rays fluchen lag in unser aller Ohren. Hin und wieder sausten Nick und Magaretha, aus Neuseeland, an uns vorbei, um auf einem anderen Seitenpass einen besseren Weg zu finden. Diese beiden fanden dann auch eines Nachts in der New Pelion Huette unterschlupf, in der auch wir uns versuchten an einem Kaminfeuer aufzuwaermen (Nasses Holz brennt schlecht). Nick lies uns wissen, dass zwei Schwestern (75 und 78 Jahre alt) auch auf dem Weg zu dieser Huette seien. Sie seien allerdings erfahrene Bergsteiger und sollten es vor Anbruch der Dunkelheit schaffen. Pustekuchen! Zwei Stunden nachdem das letzte Tageslich hinter den Bergen, die man auf Grund von Nebel nie sehen konnte, verschwunden war, waren die zwei alten Damen noch immer nicht bei uns. So gingen wir auf die Suche. Nach anderhalb Stunden herumgestochere im stockdunklen Regenwald fanden wir sie dann auch. Betend sassen sie um zwei Teelichter, und warteten darauf, dass sie jemand findet, da sie keine Lampen bei sich hatten und die Orientierung verloren hatten (was fuer eine Ueberraschung!). Auf dem Weg zur Huette blieben sie allerdings weiterhin Stur und wollten sich ihre Rucksaecke, die schwerer waren als unsere) nicht abnehmen lassen. In der Huette selbst fingen sie dann froehlich an ihr abendessen mit Gasbrennern zuzubereiten. Ein Gasbrenner und ein zu nah an diesen herangestellter Rucksack fing Feuer. Nicht nur, dass diese zwei Damen ihr eigenes Leben auf dem Weg riskieren, nein!, sie versuchen auch noch eine halbe Stunde spaeter die Huette abzubrennen. Nick, der Kiwi, packte allerdings reflexartig den gasbrenner und den brennenden rucksack und schleuderte es zur Tuer hinaus. Mit dem in der Huette haengendem Funkgeraet riefen wir dann gegen den Willen der Damen einen Hubschrauber zu Hilfe um die zwei abholen zu lassen, da einer ihrer Rucksaecke samt Ausruestung, bis auf das Drahtgestell heruntergebrannt war. Nach weiteren 1,5 Stunden Diskussion hatten wir die Zwei dann am naechsten morgen im Hubschrauber auf dem Weg nach Hause, zum Eigenschutz versteht sich. Der restliche Teil der Wanderung gestaltete sich aehnlich nass und ungemuetlich und wir waren gluecklich, als wir am Samstag Abend auf die Faire, die uns ueber den See St Claire, dem tiefsten See Australiens, zum Ende des Nationalparks brachte. Natuerlich kam puenktlich als wir auf dem Boot sassen die Sonne heraus mit einer Vorhersage auf 5 Tage Sonnenschein.
Mit Ray, Nathan, Bieke und Robert haben wir uns sofort eine Luxushuette am Ufer des Sees gemietet, um eine ruhige und warme Nacht zu haben und um in der Seebar den wohl besten Kaenguru Buerger der Welt zu essen und den Trip mit einem Bier ausklingen zu lassen. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir trotz, oder gerade wegen des schlechten Wetters, eine Erfahrung gesammelt haben, die wir so schnell nicht wieder vergessen werden. Es hat Spass gemacht und wir haben Kameraden fuers Leben gefunden (Abgesehen vom Genossen aus der DDR) im wohl schoensten Nationalpark auf Erden, der uns das Gefuehl gegeben hat durch Herr der Ringe, Jurassic Park, Winitou und zahlreiche Postkartenmotive zur gleichen Zeit zu schreiten. Und wenn uns irgendjemand erklaeren will, dass das Barrier Reef oder der Uluru oder was auch immer ein besserer Fleck auf Erden ist,….. dem koennen wir nur mit einem milden und zufriedenem Laecheln begegnen… niiiieeemaaals!
Jetzt heisst es erstmal ausspannen, Elektrizitaet geniessen und dann Mitte der Woche wieder ueber die Bassstrasse mit der „Spirit of Tasmania II“ nach Melbourne zu fahren um fuer die Great Ocean Road zu planen und Nathan und Ray wieder zu treffen, um zusammen eine Packung fertig Nudeln mit einem Muesli Riegel in St. Kilda zu geniessen.
Gruesse in die Heimat! G’day!


Urlaub im Krankenhaus
Nachdem ich das milde und oft regnerische Wetter Tasmaniens sehr genossen habe, liege ich nun im Krankenhaus.
Zuvor jedoch habe ich den sued-westlichen National Park um Lake Gordon und Lake Pedder breist. Dann bestiegen wir (Backpacker aus Melbourne, Schweiz und Oesterreich) Mt. Wellington, von welchem wir eine an spektakulaere Sicht auf Hobart, die groesste Stadt Tasmaniens und ihre malerische, zerklueftete Kuestenregion hatten. Das gute Wetter wollten wir also Ausnutzen um Richtung Sued Osten zum campen aufzubrechen. Der kleine Kuestenort Port Arthur hatte mit seinem Nationalpark auf der Tasman Peninsula unsere Aufmerksamkeit geweckt und hier sollte unsere Ausruestung fuer den Overland-Track auf einem zwei Tages Marsch entlang der Felskueste getestet werden. Puenktlich in Port Arthur angekommen fing es an zu regnen und unser Test fand unter ungemuetlichen Bedingungen statt. Allerdings hatten wir das Glueck auf diesem Track die kleinsten Pinguine der Welt, Seehunde, Wombats, einen Albatros und den tasmanischen Teufel in freier Wildbahn zu entdecken, was uns das schlechte Wetter vergessen lies. Besonders ueber den tasmanischen Teufel haben wir uns gefreut, da dieser jetzt nach dem 1935 zuletzt gesichtetem Tasmanischem Tiger, welcher halb Hund und halb Katze war, nun auch auszusterben droht. Grund hierfuer ist Gesichts- und Halskrebs, der erstaunlicherweise durch Bisswunden uebertragen wird. (Tasmanische Teufel fuehren sehr oft leichte Kaempfe mit ihren Artgenossen aus, um ihr Revier zu verteidigen.) Diese medizinische Sensation, die vor einigen wenigen Jahren ans Licht kam, ist allerdings nicht nur mit Sorge zu betrachten. Hoffnung machen Aerzte und Wissenschaftler aus aller Welt, die sich in Tasmanien angesiedelt haben, um diesen Krebs zu erforschen und in diesem uebertragbaren Krebs die Antwort auf eine entgueltige Krebsheilung bei Mensch und Tier zu finden. Fuer das tasmanische Gesundheitssystem ist dies jetzt schon zum absoluten Vorteil geworden, da sich die besten Mediziner der Welt nun auf der Insel niederlassen und die modernsten Krankenhaeuser aus dem Boden gestampft werden. Das ich so ein medizinisches Institut sehr bald von Innen begutachten wuerde, war mir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht klar.
Wir fuhren also weiter die Ostkueste entlang Richtung norden. St Helens, Bicheno und die Bay of Fires waren unsere naechsten Anlaufpunkte. Malerische Kuestenstaedte, die vom Fischfang leben, Nationalparks und Viehzucht schmuecken die Ostkueste weitgehend aus. In St Helens sind wir mit einem Fischerboot eines alten Mannes raus, der sich unserer Gesellschaft mehr als erfreute und uns in den Thunfischfang einweite. Nach noch nicht einmal einer halben Stunde auf See hatten wir auch schon einen Thunfisch an der Leine. Stolze 120 kg zogen wir aus dem Wasser. In der Bay of Fires die man nur mit einem 7 stuendigem Fussmarsch durch Buschland erreichen kann und die wohl den schoenste Strand der Welt hat, haben wir dann Mutterseelen alleine ein Picknick mit allerlei Meeresfruechten und Salat gemacht und mit einem Lagerfeuer um unsere Zelte herum den Tag zu einem gelungenen Abschluss gebracht. Von Dort aus ging es weiter an die Nordkueste durch tasmaniens Weinbau- und Lavendergebiete. Die Traubenernte war in vollem Gange, der Lavender hingegen war leider schon verbluet und Blicke auf lila farbende Felder blieben uns leider vorbehalten, so dass wir uns nach Launceston, der zweit groessten Stadt Tasmaniens aufgemacht haben, wo wir noch einmal in der Jugendherberge schlafen wollten und ein par ruhige Tage ueber Ostern verbringen wollten, bevor wir dann am Dienstag auf den Overland Track aufbrechen wollen. Nachdem ich allerdings dann in der ersten Nacht um 2 Uhr morgens mit starken Schmerzen in der Bauchregion aufgewacht bin, war meine oesterliche Ruhe allerdings vorbei. Da die Schmerzen vorerst nicht wirklich zu lokalisieren waren und ich noch etliche Paracetamol bei mir hatte, habe ich versucht diese mit Tabletten zu bekaempfen. Als ich dann um 6 Uhr morgens noch immer keine Besserung verspuerte und die Schmerzen sich an einem Ort zu sammeln buendeln schienen, wuchs in mir der Verdacht, dass der Blinddarm wohl betroffen sein koennte. In Anbetracht dieser Erkenntnis konnte ich nicht schnell genug in einem Krankenhaus sein, was zwar auf der Karte schnell gefunden war, allerdings in der Realitaet auf Grund von Einbahnstrassen nicht sehr einfach zu erreichen war. Doch dieses Problem loesten dann die Warnblinkanlage und meine Hupe, da die Schmerzen mich relativ gleichgueltig ueber Verkehrsregeln hinwegsehen liessen. In der Notaufnahme angekommen und nach 2 Minuten Wartezeit, wurde ich in die Observation Bay geschoben wo sage und schreibe drei Aerzte gleichzeitig Tests an mir durchfuehrten und ihre Entscheidungen in Gruppendiskussion mit dem Patienten trafen. Ich fand mich in einer besseren Version der Fernsehsendung Dr House wieder und ich beruhigte mich recht schnell. Allerdings liessen auch die Schmerzen wieder nach und eine Appendizitis ist nicht gerade einfach zu diagnostizieren. Die eigentlich eindeutigen Anzeichen fuer Blinddarmentzuendung trafen bei mir nicht ein, doch zeigte mein Blutbild eine deutliche Infektion. Als letzte Loesung zu einer zwar noch immer nicht eindeutigen Diagnose boht sich ein Computer Tomograph. So wurde ich also in ein Geraet von deutscher Ingineurskunst geschoeben, dass ein Juelicher Radiologe hier in Mitten von Tasmanien steuerte. Allerdings zeigte die Scans nur auf, dass mein Blinddarm in abnormer Haltung ist und sich nach hinten geschoben hat. Eine Entzuendung war allerdings noch immer nicht mit Gewissheit zu bestimmen. So etschlossen sich meine nun schon 4 behandelnden Aerzte noch ein wenig abzuwarten und auf neues Symptome zu hoffen. Diese kamen Gott sei Dank schnell und ploetzlich. Ziemlich eindeutig lies sich nun sagen, dass der Blinddarm geplatzt ist und es in 2,5 Minuten in die OP geht. Karfreitag, der hier Good Friday heisst, hat sich also nicht als ein besonders erfreulicher Tag herausgestellt. Nach der OP wurde mir erklaert, dass der Blinddarm so schlecht zu erreichen war, dass die Aerzte leider sogar Bauchmuskeln durchschneiden mussten, was normalerweise zu verhindern ist. Diese Umstaende machen es natuerlich nicht gerade einfach am Dienstag die geplante Bergtour zu starten. Doch wir werden sehen, wie sich die Situation weiter entwickelt.
Frohe Ostern in die Heimat!
Vom outback nach Tassi
Nach 1400km Autofahrt vom Outback durch New South Wales und Victoria (unter anderem durch die von Buschfeuern zerstoerten Gegenden) kam ich puenktlich zum Formel 1 Rennen in Melbourne an. Dort musste ich allerdings feststellen, dass es nicht gerade einfach ist sich mit dem Auto durch die Stadt zu schlagen. Mit erschrecken musste ich feststellen, dass man, wenn man rechts abbiegen moechte, ganz auf die linke Spur fahren muss, um dann, im aller letzten momentan, wenn alle anderen Autos auf den drei Spuren zu meiner rechten und die Strassenbahn passiert sind, in einem atemberaubenden Mannoever, nach rechts zu ziehen. Zu alledem kam noch, dass viele Strassen auf Grund des Grand Prix gesperrt waren und die Stadt vollkommen ueberfuellt war. Ich war also dazu gezwungen mit einer Hand auf der Hupe mich durch die Stadt zu wuehlen.
Im Albert Park sassen wir direkt an der Schikane hinter Start und Ziel, was uns die Highlights des Grand Prix direkt vor unsere Nase brachten und es somit zu einem einmaligen Erlebnis gemacht hat. Selbst der unglaublich dicke Smog, der ueber der Stadt lag, konnte mir die schoenen Herbsttage in Melbourne nicht versauen.
Am Diensttag bin ich dann also wie geplant mit dem Auto auf die “Spirit of Tasmania” gefahren, die mich in 10 Stunden ueber der Bass Strasse nach Devenport in Tasmanien bringen sollte. Auf der Faehre selbst war die Stimmung noch sehr gelassen und es lag ein hauch von Abenteuer in der Luft, der durch Schlechtwettermeldungen auf See bestaerkt wurde. Die Bass Strasse, die als gefaehrlichste Strasse der Welt angesehen wird, zeigte sich von ihrer schlechtgelauntesten Seite. Spaetestens als unserer Glaeser und Flaschen auf Grund des Wellengangs vom Tisch fielen, wussten wir, dass wir keinen guten Schlaf haben werden. Und so verbrachten wir, wie erwartet, 8 Stunden auf den Sanitaeranlagen des Schiffes, die in dieser Nacht einen allgemein grosssen Besucherandrag verspuerten.
Von Devenport im Norden Tasmaniens sind wir dann nach Hobart , der im Sueden gelegenen Hauptstadt Tasmaniens. Das Wetter ist bewoelkt, aber mild und die Landschaft ist Atemberaubend. Naechste Woche werden wir dann ueber den beruehmten “Overland Track” wandern. Diese Tour, die durch das Innern Tasmaniens fuehrt wird ca. 8-10 Tage dauern und es wird eine logistische Herausforderung sein Lebensmittel, Zelte und Kochgeraete mitzufueren. Des weiteren wird wohl fuer die naechsten Tage der erste Schnee in den Bergen erwartet. Der “Overland Track” liegt in Mitten des Nationalparks von Tasmaniens, ein Welterbe, dass mehr Kriterien fuer ein Welterbe erfuellt, als alle anderen Welterben. Bis dahin geht es allerdings noch ein bisschen entlang der Kueste um Pinguine zu beobachten und den Tasmanischen Teufel zu suchen.